„Burnout ist das Symptom einer grenzenlosen Gesellschaft. Man steht unter Druck, soll ständig erreichbar und leistungsbereit sein. Die vielfältigen Ablenkungen und großen Anforderungen sind so mächtig, dass das Gefühl für den eigenen Körper, die eigenen Belastungsgrenzen und das eigene Seelenheil verloren geht. Wenn Menschen mit angehendem Burnout-Symptom oder Erschöpfungsdepression in meine Beratung kommen, schaue ich mir den individuellen Lebenslauf und die „Historie der Überlastung“ genau an. Die oft sehr perfektionistisch geprägten Menschen verlangen sich alles ab. Falsche Glaubenssätze aus frühester Jugend tun oft ihr Übriges („Arbeit ist Müh‘ und Plag“, „Wenn ich geliebt werden möchte, muss ich fleißig sein“ usw.). Hier rate ich, mal einzuhalten und mit mir zusammen zu sortieren: Was ist in meinem Leben wie verlaufen? Wurde ich immer nur für Höchstleistung gelobt? Warum bin ich nun an dieser Stelle gelandet? Welche Warnzeichen meines Körpers oder meiner Seele neige ich zu überhören? Es gibt viele Wege heraus aus der Erschöpfungsdepression – fallabhängig empfehle ich Gesprächstherapie, Musik, Malen, progressive Muskelentspannung, Klopftherapie und Meditation. Über die Entspannung bekommen die eigenen Bedürfnisse – und damit die Lebensfreude – wieder mehr Raum.“
Doris Mill